Silver Ray Erfahrungen - Eine Woche an Bord von Silverseas neuestem Luxusschiff
Mit der Silver Ray hat Silversea eines der
spannendsten Luxusschiffe der vergangenen Jahre auf den Markt gebracht. Als
zweites Schiff der innovativen Nova Class verbindet sie zeitgenössische
Architektur mit einem außergewöhnlich offenen Raumkonzept, großzügigen Suiten
und dem Serviceniveau, für das Silversea seit vielen Jahren bekannt ist.
Auf meiner Reise von Monte Carlo über Marseille,
Cartagena und Valencia bis nach Palma de Mallorca hatte ich die
Gelegenheit, die Silver Ray intensiv kennenzulernen. An Bord ebenso wie bei
individuellen Erkundungen der Destinationen. Was bleibt, ist der Eindruck eines
Schiffes, das in nahezu allen Bereichen ein überzeugendes Gesamterlebnis
schafft und viele Details bietet, die eine Reise besonders angenehm machen.
Architektur mit Licht, Weite und viel Meerblick
Schon beim Betreten fällt auf, wie konsequent die Silver Ray
auf Offenheit ausgelegt ist. Großzügige Glasflächen lassen viel Tageslicht ins
Innere, elegante Materialien wie Naturstein, Holz und hochwertige Stoffe
schaffen eine warme Atmosphäre und zahlreiche Kunstwerke setzen stilvolle
Akzente.
Das asymmetrische Design der Nova Class sorgt dafür, dass
sich das Meer an vielen Stellen des Schiffes ungewöhnlich präsent anfühlt. Es
ist schon eine besondere Atmosphäre, aus dem Pool auf das offene Meer zu blicken.
Gleichzeitig verteilen sich die rund 700 Gäste hervorragend über die
öffentlichen Bereiche. Unsere Reise war so gut wie ausgebucht, daher konnte ich
einen guten Eindruck bei hoher Auslastung gewinnen. Ob auf den weitläufigen
Pooldecks, in den Lounges oder an den Bars: selbst an Seetagen wirkt das Schiff
entspannt und bietet zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten.
Eine Suite, die ihrem Namen gerecht wird
Während meiner Reise wohnte ich in der Superior Veranda
Suite 6037, die mit ihrer Großzügigkeit sofort überzeugte. Mit einer Größe
von 33qm inkl. Veranda bietet sie ausreichend Platz und unterscheidet sich
durch eine bessere Lage an Bord im Vergleich zur Classic Veranda Suite. Das
geräumige Badezimmer mit Doppelwaschtisch, reichlich Stauraum und eine angenehm
große Veranda vermittelten vom ersten Moment an das Gefühl, ausreichend Platz
für eine längere Reise zu haben.

Zur Begrüßung wartete bereits eine Flasche Champagner in der
Suite. Die Minibar lässt sich individuell nach den eigenen Vorlieben befüllen:
ein Detail, das den persönlichen Anspruch von Silversea unterstreicht.
Wie aufmerksam der Butler-Service arbeitet, zeigte sich bei
einem kleinen Wunsch: Ich erwähnte, dass ich dunkle Schokolade besonders gerne
mag. Wenig später standen hochwertige Pralinen aus dunkler Schokolade auf
meiner Suite, ganz selbstverständlich und ohne erneute Nachfrage.
Praktisch ist auch ein Angebot, das viele Gäste gar nicht
kennen: Auf jedem Gästedeck befinden sich moderne Laundry-Bereiche mit
Waschmaschinen, Trocknern und Bügelstationen, die kostenfrei genutzt werden
können. Wer lieber den professionellen Wäscheservice in Anspruch nimmt, kann
diesen selbstverständlich ebenfalls nutzen.
Butler-Service mit persönlicher Note
Der Butler-Service gehört auf der Silver Ray zu den besonders
angenehmen Details des Reiseerlebnisses. Dabei geht es weniger um klassische
Concierge-Aufgaben als um eine sehr persönliche Begleitung während der gesamten
Reise. Der Butler-Service steht übrigens jeder Suite zur Verfügung, nicht erst
ab einer bestimmten Kategorie.
Restaurantreservierungen, Frühstück auf der eigenen Veranda,
individuelle Wünsche oder der morgendliche Cappuccino –-all das wird
zuverlässig organisiert. Auf Wunsch übernimmt der Butler sogar das Aus- und
Einpacken des Gepäcks.
Besonders gelungen fand ich die digitale Kommunikation: Über
einen QR-Code in der Suite gelangt man direkt in einen persönlichen
WhatsApp-Chat mit dem eigenen Butler. Fragen oder spontane Wünsche lassen sich
dadurch unkompliziert jederzeit übermitteln.
Das im Reisepreis enthaltene WLAN funktionierte während
meiner Reise zuverlässig. Wer regelmäßig Videokonferenzen führt oder größere
Datenmengen überträgt, findet mit dem kostenpflichtigen High-Speed-Paket eine
leistungsstarke und preislich faire Ergänzung.
Kulinarik auf konstant hohem Niveau
Die gastronomische Vielfalt zählt zu den großen Stärken der
Silver Ray. Mehrere Restaurants bieten unterschiedliche Konzepte, ohne dass
dabei die Qualität leidet.
Mein persönliches Highlight war das Silver Note.
Anspruchsvolle Küche trifft hier auf stilvolle Live-Musik eines Musikerduos und
schafft eine Atmosphäre, in der man gerne noch etwas länger sitzen bleibt.
Ebenso positiv überrascht hat mich das japanische Restaurant
Kaiseki, das mittags ohne Aufpreis besucht werden kann. Am Abend wird es
als Spezialitätenrestaurant gegen Aufpreis angeboten. Das französische
Fine-Dining-Restaurant La Dame konnte ich auf dieser Reise zwar nicht
selbst erleben, genießt unter Stammgästen jedoch einen hervorragenden Ruf.
Ein besonderes Erlebnis war außerdem der Kochkurs in der S.A.L.T.
Lab Academy. Gemeinsam bereiteten wir mediterrane Spezialitäten zu,
begleitet von einem ebenso fachkundigen wie unterhaltsamen Gastgeber. Die
Kombination aus regionaler Kulinarik, praktischen Einblicken und einer lockeren
Atmosphäre machte den Kurs zu einem der schönsten Programmpunkte der Reise.
Auch individuelle Wünsche werden in der Küche ernst
genommen. Für ein Mittagessen wurde mir auf Anfrage sogar ein Gericht
zubereitet, das nicht auf der Speisekarte stand - ein schönes Beispiel für die
hohe Serviceorientierung an Bord.
Bars, Atmosphäre und besondere Lieblingsorte
Die Bars der Silver Ray laden dazu ein, den Tag entspannt zu
begleiten. Champagner, hochwertige Weine, Cocktails und Premium-Spirituosen
sind im Reisepreis enthalten und werden in allen Bereichen mit Liebe zubereitet
und serviert.
Mein persönlicher Lieblingsplatz war die Dusk Bar am
Heck. Gerade beim Auslaufen aus einem Hafen entsteht hier mit einem Drink in
der Hand, Hintergrundmusik und dem Blick auf die langsam kleiner werdende Küste
eine besondere Atmosphäre.
Wer Ruhe sucht, findet sie in der versteckten Bibliothek
hinter der Observatory Lounge. Zwischen den deckenhohen Bücherregalen lässt
sich wunderbar eine Tea Time genießen. Alternativ sitzt man in der Observatory
Lounge und genießt den Blick aufs Meer.
Am anderen Ende des Spektrums stand die abendliche Poolparty
auf dem Weg nach Mallorca. Eine hervorragende Liveband sorgte für eine
mitreißende Stimmung und brachte Gäste unterschiedlichster Nationalitäten auf
die Tanzfläche - ungezwungen, stilvoll und mit viel Freude.

Wellness mit viel Raum für Entspannung
Bei einer Führung durch den Spa-Bereich wurde schnell
deutlich, welchen Stellenwert Wellness auf der Silver Ray einnimmt. Die Anlage
erstreckt sich über eine beeindruckend große Fläche und bietet zahlreiche
Rückzugsbereiche sowie ein umfangreiches Angebot klassischer Anwendungen und
moderner Beauty-Treatments.
Besonders interessant fand ich die Möglichkeit persönlicher
Beratungen rund um Hautpflege und verjüngende Behandlungen. Das gesamte Konzept
vermittelt den Eindruck eines hochwertigen Spa-Resorts auf See.
Individuelle Entdeckungen an Land
Auch die Organisation der Landausflüge hinterließ einen
hervorragenden Eindruck. In Cartagena führte uns ein sehr gut
organisierter Ausflug zunächst zu einer Aussichtsplattform über der Stadt,
anschließend in die historischen Luftschutzstollen aus dem Spanischen
Bürgerkrieg sowie in das eindrucksvolle römische Theater und das dazugehörige
Museum. Zum Abschluss blieb ausreichend Zeit für einen Spaziergang durch die
Altstadt - inklusive eines typischen Café Asiático, einer regionalen
Spezialität.
Besonders praktisch waren die Headsets, die bereits in der
Suite bereitlagen und während des Ausflugs genutzt werden konnten. Dadurch
waren die Erklärungen des Guides jederzeit gut verständlich.
In Marseille und Valencia entschied ich mich
bewusst dafür, die Innenstädte auf eigene Faust zu erkunden. Silversea stellt
dafür einen kostenfreien Shuttle-Service bereit, der etwa alle 30 Minuten
zwischen Schiff und Innenstadt verkehrt. Die modernen Busse bieten angenehm
viel Beinfreiheit und machen individuelle Stadterkundungen unkompliziert und
komfortabel.
Zu den schönsten Momenten der Reise gehörte schließlich das
Frühstück auf meiner eigenen Veranda während der Einfahrt nach Palma de
Mallorca. Begleitet von der Morgensonne und dem Blick auf die langsam näher
rückende Insel konnte ich in Ruhe und mit Wehmut, das Schiff an dem Tag bereits
zu verlassen, genießen.

Gastfreundschaft, die in Erinnerung bleibt
Was mich auf der Silver Ray letztlich am meisten beeindruckt
hat, war die gelebte Gastfreundschaft.
Während der gesamten Reise nahmen sich nicht nur mein
Butler, sondern auch der Cruise Director, die Assistant Cruise Direktorin, der
Executive Chef und der Food-&-Beverage-Manager immer wieder Zeit für
persönliche Gespräche. Sie erkundigten sich nach meinen Eindrücken, fragten
nach Wünschen und zeigten ein ehrliches Interesse daran, die Reise für jeden
Gast so angenehm wie möglich zu gestalten.
Zugegeben hatte ich vor der Reise die größten Fragezeichen
zum Gästemix, denn ich bin auf vielen Reisen auf deutschsprachigen Schiffen mit
überwiegend deutschen Gästen unterwegs gewesen. Gleich am ersten Tag wurde ich
positiv überrascht! Denn das internationale Publikum tat der Atmosphäre an Bord
gut. Viele Gäste waren zwischen Mitte zwanzig und Anfang sechzig, etwa die
Hälfte kam schätzungsweise aus den USA, daneben waren zahlreiche weitere
Nationen vertreten. Die Stimmung war offen, kommunikativ und gleichzeitig
angenehm entspannt. Laut Aussage des Cruise Directors entspricht dieser
internationale und gesellige Gästemix durchaus dem typischen Bild an Bord von
Silversea. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es gerade auf längeren Reisen
in anderen Reisegebieten einen anderen Gästemix gibt, sprich das besonders
junge Publikum eher wegfällt.
Ergänzt wird das Erlebnis durch ein bemerkenswert
umfangreiches Tagesprogramm. Die täglich erscheinenden Chronicles bieten
von Fitnesskursen über Vorträge, Weinverkostungen und Kochkurse bis hin zu
Livemusik und Abendunterhaltung eine Vielfalt, die jedem Gast genügend Freiraum
lässt, den Tag ganz nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. An jedem Tag
gibt es also ein Programm, dass mitunter mehr als 40 Programmpunkte enthält.
Langeweile kann an Bord also nicht entstehen.
Mein Fazit
Die Silver Ray vereint moderne Architektur, großzügige
Suiten, eine ausgezeichnete Gastronomie und eine außergewöhnlich persönliche
Servicekultur zu einem sehr überzeugenden Gesamtkonzept im Luxussegment.
Es sind dabei weniger einzelne Highlights als vielmehr die
Summe zahlreicher sorgfältig durchdachter Details, die den Unterschied machen -
vom Frühstück auf der eigenen Veranda über den persönlichen Butler bis hin zur
Aufmerksamkeit, mit der auf individuelle Wünsche eingegangen wird.
Die Silver Ray spricht besonders Gäste an, die Wert auf eine
internationale Atmosphäre und ein lebendiges Bordleben legen. Wer hingegen
bewusst ein sehr ruhiges, überwiegend deutschsprachiges Umfeld sucht, findet
innerhalb des Luxussegments andere Konzepte, die diesen Schwerpunkt stärker
setzen.
Ich bin mit hohen Erwartungen an Bord gegangen und habe
die Silver Ray mit dem Gefühl verlassen, eines der derzeit stimmigsten
Luxusschiffe auf dem Markt erlebt zu haben.